Verbot von Einweg E-Zigaretten im Wallis. Philip Morris verliert vor dem Bundesgericht.

Der Kanton Wallis hatte im Mai 2025 ein Verkaufsverbot für Einweg E-Zigaretten erlassen, also Geräte, welche nicht nachfüllbar sind und im Abfall landen, wenn die Flüssigkeit aufgebraucht ist, oder die Batterie leer ist. Ein Recycling der Geräte findet kaum statt, da es zu aufwändig und zu teuer ist, um die Elektronik- und Chemieabfälle zu demontieren und zu trennen.

Die Vereinigung des Schweizerischen Tabakwarenhandels, Philip Morris Schweiz und weitere Parteien waren damit nicht einverstanden und erhoben Beschwerde beim Bundesgericht. Die kantonale Verordnung widerspreche dem Bundesgesetz, welches den Verkauf von Tabakprodukten an Erwachsene generell erlaube, ebenso würde die Wirtschaftsfreiheit verletzt.

Das Bundesgericht wies diese Beschwerde aber ab, weil das Verkaufsverbot nicht nur bezüglich dem Gesundheitsschutz erlassen wurde, sondern auch um die Umweltbelastung durch diese Einwegprodukte zu reduzieren. Auch wenn das Verkaufsverbot einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit wäre, sei es trotzdem gerechtfertigt und verhältnismässig, weil es dem übergeordneten öffentlichen Interesse von Gesundheits- und Umweltschutz entspreche.

Offensichtlich haben da die Tabakkonzerne und Händler Angst, dass in der Schweiz immer mehr Kantone Verkaufsverbote für umweltschädliche Einweg E-Zigaretten umsetzen könnte. Schliesslich sind diese Geräte bereits in Belgien, Grossbritannien, Frankreich und weiteren Ländern verboten. In Australien, Indien, Brasilien und Singapur sind sogar E-Zigaretten aller Art verboten.

Div. Quellen, z.B. Artikel auf SRF.CH und 20min.ch

Die Schädlichkeit von E-Zigaretten und Tabakerhitzern lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren.

Die Lüge vom gesünderen Dampfen: Die Tabakindustrie und Werbung behaupten seit der Einführung von E-Zigaretten, Tabakerhitzern und allen vergleichbaren Produkten, dass diese «gesünder» seien als herkömmliche Zigaretten. Dies meistens unter Betonung, dass kein herkömmlicher Verbrennungsprozess mehr stattfinde, der die besonders giftigen Stoffe wie «Teer und Rauch» freisetze. Aber schon die Aussage «gesünder» anstatt «weniger schädlich» ist reine Manipulation und suggeriert dem Konsumenten, dass es nun weniger schädlich sei, und seine Gesundheit kaum noch gefährdet werde.

Ein giftiger Cocktail: In den Medien wird heute noch oft erwähnt, dass Langzeitstudien fehlen, welche die Schädlichkeit von E-Zigaretten oder Tabakerhitzern aufzeigen. Dabei ist jetzt schon klar: Die E-Liquids und Tabakprodukte zum erhitzen, enthalten grundsätzlich schon unzählige giftige Stoffe. In den Liquids von E-Zigaretten z.B. Propylenglykol, Glycerin, Aromastoffe, Süssstoffe, Kühlstoffe wie WS-23. Auch das berühmte Nikotin selbst, welches ein stark süchtig machendes Nervengift ist und den Körper generell vielseitig schädigt. Noch schlimmer: Produkte werden auf Grund fehlender Gesetze oft als nikotinfrei und mit 0mg Nikotin beworben, natürlich auch im Stil von «So ist es gesünder…», enthalten aber die synthetische Nikotinkopie 6-Methylnikotin, welche als gefährlicher und noch süchtiger machend eingestuft wird, als normales Nikotin.

Die meisten Produkte stammen aus China, sind oft entgegen den gesetzlichen Grenzwerten deutlich überdosiert, oder enthalten gar verbotene Stoffe wie Diacetyl oder Acetoin (lungenschädigende Aromastoffe) oder Cumarin (leberschädigend) oder Vitamin E-Acetat (verursachte in den USA schwere Lungenschäden.)

Was beim Erhitzen wirklich passiert: Beim Erhitzen der E-Liquid Flüssigkeiten, bzw. je nach Produkt beim Tabakerhitzen, setzt dies weitere unzählige giftige Komponenten frei, beispielsweise krebserregende Stoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein, Benzol, häufig auch heikle Aromastoffe wie Diacetyl, welches mit Lungenschäden in Verbindung gebracht wird. Aus den Inhaltsstoffen bzw. auch dem Gerät selbst, können sich Metalle lösen wie Nickel, Chrom, Blei, Cadmium, Kupfer oder Zinn. Nebst dass man sogar bei E-Zigaretten kleinste Partikel inhaliert, welche sich in der Lunge festsetzen können und Langzeitschäden anrichten können. Bei Tabakerhitzern die entgegen E-Zigaretten herkömmliche Tabakmischungen erhitzen, entsteht auf Grund der Temperaturen ebenfalls «Teer». Nicht so viel wie bei der normalen Zigarette, aber entgegen Werbung entstehen also auch bei Tabakerhitzern gefährliche Verbrennungsstoffe und werden inhaliert.

Die Schweiz als Schlusslicht der Prävention: Die Hauptprobleme dabei: Die Schweizer Politik interessiert das Ganze nicht, die Schweiz lag im Jahr 2025 auf Platz 99 von 100 auf dem Tabaklobby-Index, welcher aufzeigt, welche Länder die beste und die schlechteste Tabakpolitik- und Prävention hat. Ebenso ist zwar inzwischen bekannt, welche schädlichen Giftstoffe in den Produkten stecken und beim Verdampfen und Erhitzen entstehen. Aber man will es verschweigen, wie es damals bei der herkömmlichen Zigarette der Fall war. Man verweist nun auf fehlende Langzeitstudien, da halt noch nicht 20 oder 50 Jahre gedampft statt geraucht wurde, aber die ersten Studien und Langzeitstudien kommen langsam heraus. Siehe die untenstehenden weiterführenden Links, auch Google und KI Suchen können weitere spannende Inhalte bieten.

https://www.at-schweiz.ch/de/news-medien/news/e-zigaretten-neuer-offizieller-bericht-weist-auf-erhebliche-gesundheitsrisiken-hin

https://www.blick.ch/ausland/von-wegen-nur-dampf-studie-zeigt-wie-gefaehrlich-e-zigaretten-wirklich-sind-id21830905.html

Bund verbietet zukünftig den Verkauf von Einweg E-Zigaretten.

Nebst der Umsetzung der Initiative Kinder ohne Tabak, hat das Parlament Anfangs Juni 2025 auch beschlossen, zukünftig den Verkauf von Einweg E-Zigaretten, auch Puff Bars genannt, zu verbieten. Nachdem der Nationalrat Ende Mai zugestimmt hatte, war Anfangs Juni auch der Ständerat für dieses Verkaufsverbot. Dies auf Grund einer Motion, welche im Jahr 2024 durch den Nationalrat Christophe Clivaz eingereicht wurde, und die damals von der grossen Mehrheit vom Nationalrat angenommen wurde, obwohl der Bundesrat die Ablehnung der Motion empfohlen hatte.

Wiederum hatten hier die Räte auch langsam aber sicher keine andere Wahl mehr. In der Schweiz haben bereits die Kantone Bern, Jura, Wallis und Basel Stadt ein entsprechendes Verkaufsverbot umgesetzt, andere Kantone diskutierten bereits darüber. Auch in ganz Europa gibt es diesbezüglich immer mehr Verkaufsverbote, z.B. in Frankreich, Belgien und Grossbritannien, Deutschland diskutiert auch bereits über das Thema. Ein «Kantönligeist» in der Schweiz hätte hier keinen Sinn gemacht.

Einweg E-Zigaretten sind auf Grund der oft bunten Aufmachung und attraktiven Frucht-Aromen bei Jugendlichen äusserst populär. Jedoch bieten sie ein hohes Suchtpotential und verursachen enorme Umweltschäden, unter anderem da die Geräte aus Plastik, Batterien und Chemikalien oft im Abfall landen, und auch nicht recycelt werden, da dies zu aufwändig und zu teuer wäre.

Neue E-Zigaretten mit gefährlichem 6-Methylnikotin auf dem Markt, und mit täuschenden Packungshinweisen.

Auf dem Europäischen Markt sind E-Zigaretten aufgetaucht, welche synthetisches, komplett im Labor hergestelltes Nikotin beinhalten. Sogenanntes 6-Methylnikotin, oder auch 6-MN. Dies ist das erste synthetische Nikotin auf dem Markt, obwohl auch in China viele Firmen fleissig daran arbeiten, solche Substanzen herstellen zu können. In Schweizer Onlineshops sind solche Produkte aktuell noch nicht gesichtet worden, können aber problemlos auf ausländischen Plattformen gekauft und in die Schweiz geliefert werden.

Diese Substanz soll die gleiche psychoaktive Wirkung erzielen wie normales Nikotin, oder sogar eine stärkere. Analysen haben bereits gezeigt, dass auf Grund der chemischen Eigenschaften von 6-MN das Suchtpotenzial viel höher sein könnte als bei normalem Nikotin, nebst anderen möglichen noch unerforschten Gesundheitsschädigungen. Es liegen bereits Informationen vor, dass der Stoff drei mal toxischer ist als normales Nikotin, auch liegt der Stoff salzförmig vor, welcher vom Gehirn in dieser Form besser aufgenommen wird.

Produkte mit 6-MN werden teilweise mit betrügerischen Begriffen wie «NoNic» oder sogar «contains no nicotine» als nikotinfrei ausgegeben, oder z.B. mit 0mg Nikotin / 20mg Effekt bezeichnet. Also so, dass das Produkt quasi nikotinfrei und «gesünder» wäre, aber entsprechend wirke, wie normales Nikotin. Konsumenten werden so massiv getäuscht und meinen, ein harmloseres Produkt zu konsumieren. Speziell Jugendliche sind besonders gefährdet, bereits normales Nikotin hat massiven Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns, und kann langfristig negativen Einfluss auf das Konzentrations-, Lern-, und Erinnerungsvermögen haben.

Ebenso werden mit solchen Produkten bestehende Nikotin Reglementierungen umgangen, da es sich eben nicht um echtes Nikotin handelt. Auch die höhere Besteuerung die bei nikotinhaltigen Produkten vorliegt, wird somit umgangen.

Das Thema ist extrem komplex, wir empfehlen Ihnen unbedingt, den umfangreichen Beitrag der AT-Schweiz zu lesen. Dieser ist extrem umfangreich, inhaltsreich, und der Problematik wegen sehr spannend zu lesen.

Quelle und umfangreiche Infos: AT-Schweiz.ch

E-Zigaretten in der Schweiz bei Jugendlichen populär, aber total verharmlost.

Einweg E-Zigaretten, oder auch sogenannte Vapes (Verdampfer) oder Puff Bars sind bei Jugendlichen immer beliebter und verdrängen immer mehr herkömmliche Zigaretten. Jugendliche können E-Zigaretten immer noch überall legal kaufen und konsumieren. Das Tabakproduktegesetz, welches ein Verkaufsverbot an unter 18 jährige vorsieht, wird seit vielen Jahren im Parlament diskutiert und abgeschwächt, anstatt endlich umgesetzt.

Im Jahr 2022 gab jeder vierte Jugendliche an, innerhalb der letzten 30 Tage E-Zigaretten konsumiert zu haben, eine besondere Zunahme zeichnet sich bei Mädchen ab. 63% geben die verschiedenen Geschmäcker als Grund für den Konsum an, 40% der fehlende Tabakgeruch.

Die «Puff Bars» sind billigste, meist in China produzierte Einweg E-Zigaretten, an denen sich je nach Modell tausende Male ziehen lässt, und sind preislich sehr attraktiv für Jugendliche. Das Modell Elf Bar 800 enthält so viel Nikotin wie 60 einzelne Zigaretten, und kostet mit 10 Franken nur einen Bruchteil im Vergleich zu normalen Zigaretten. Die Puff Bars kommen optisch attraktiv daher, bieten verführerische Aromen wie Erdbeere, Cola, Zuckerwatte, Fruchtaromen und werden von den Jugendlichen auf Grund poppigen und farbenfrohen Verpackungen als absolut harmlos wahrgenommen. Ebenso werden die Puff Bars intensiv auf Social Media beworben, oben genannte Elf Bar hat auf der Plattform Tik Tok 2,7 Milliarden Aufrufe.

Die Gesundheitsgefährdung wird dabei total verschwiegen und ignoriert. Nebst dem extrem hohen Nikotingehalt mancher Modelle, sind auch unzählige Chemikalien beinhaltet, deren Auswirkungen auf die Gesundheit noch unerforscht sind. Nebst bereits bekannten Krebs erregenden Stoffen wie Formaldehyd oder Acetaldehyd. Obwohl der Faktor von verbranntem Tabak wegfällt, sind E-Zigaretten alles andere als harmlos. Auch klagen viele «dampfende» Jugendliche über Atemprobleme oder verstopfte Nasen. Zusätzlich besteht die extrem hohe Gefahr einer starken Nikotinsucht, welche die Jugendlichen dann zu lebenslangen Kunden von E-Zigaretten machen, oder manche später dann auch zu normalen Zigaretten umsteigen.

Die WHO Weltgesundheitsorganisation hat bereits Warnungen ausgegeben, und die Regierungen der Welt aufgefordert, E-Zigaretten von Grund auf zu verbieten. Länder wie Australien, Neuseeland oder Grossbritannien sind dem Aufruf bereits gefolgt. Auch Frankreich, Deutschland und Irland diskutieren solche Verbote. Und die Schweiz? Hier ist man dank «Industrienahmen Kreisen im Parlament», sprich der Tabaklobby die stark im Bund vertreten ist, noch weit davon entfernt. Eine letztjährig eingeführte zusätzliche Besteuerung von 1 Franken pro Milliliter nikotinhaltiger Flüssigkeit bringt nicht viel, die Margen auf den niedrigen Verkaufspreisen sind immer noch enorm.

Markus Meury, Sprecher von Sucht Schweiz verlangt viel höhere Steuern, um die Preise für Jugendliche unattraktiv zu machen. Ebenso sollte endlich das Tabakproduktegesetz eingeführt werden, welches den Verkauf an unter 18 jährige verbietet. Gesetzlich ist der E-Zigarettenkonsum theoretisch sogar an Schulen erlaubt, während herkömmliche Zigaretten auf Schulhöfen verboten sind, gibt es bezüglich E-Zigaretten nur «Empfehlungen» mancher Städte an die Schulen, keine nikotinhaltigen Produkte auf dem Schulhof zuzulassen.

All die Schäden davon bezahlen SIE mit ihren bereits hohen Krankenkassenprämien. Die Steuereinnahmen durch solche Produkte sind ein Bruchteil des enormen Schadens, da E-Zigaretten immer noch nicht gleich wie normale Tabakprodukte versteuert werden. Gewinne am Verkauf solcher Produkte helfen nicht einmal gross dem Schweizer Gewerbe, sondern das meiste Geld fliesst in die Tabakindustrie und vieler Kassen privater abzockender Kleinhändler, die ein Vermögen auf Kosten der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen machen!

Auch wir verlangen von der Politik mehr Jugendschutz, Aufklärung, Prävention und endlich die Umsetzung des Tabakproduktegesetzes. Nur scheinen solche Anliegen und Aufforderungen bei den Tabaklobbyisten im Bund leider direkt im Abfalleimer zu landen.

Lesen Sie dazu auch den Artikel «Süss, aber nicht harmlos» im Zürcher Tagblatt vom 28.02.2024 (Auf dem Link zur Seite 6 vorwärtsblättern.) https://kiosk.purplemanager.com/tagblattzuerich#/main/presenter/935d995f-7f8c-4fee-ab8e-7e7e5f4bae90