Und täglich grüsst das Murmel- äh Stinktier

Schon wieder: Professor der Uni Zürich von Philip Morris gekauft

Wieder ist es passiert, und erinnert fatal an den Fall Rylander: Ein Wirtschaftsprofessor (Michael Wolf) der Universität Zürich hat sich für ein Gefälligkeitsgutachten von Philipp Morris (PM) zahlen lassen.

Um den Anschein zu erwecken, es sei eine wissenschaftliche Studie der Universität Zürich, ist viel Geld geflossen. In Wirklichkeit hat aber PM entschieden, was in der Studie stehen darf, und was nicht.

Konkret ging es um diesen Fall um die Auswirkung neutraler Verpackungen auf die Prävention, die gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr wichtig ist. Die Anzahl der Raucher, die es schaffen, aufzuhören liegt ja im tiefen einstelligen Bereich, während 60% zugeben, es zu versuchen…

Quelle: Infosperber.ch

E-Zigaretten in der Schweiz bei Jugendlichen populär, aber total verharmlost.

Einweg E-Zigaretten, oder auch sogenannte Vapes (Verdampfer) oder Puff Bars sind bei Jugendlichen immer beliebter und verdrängen immer mehr herkömmliche Zigaretten. Jugendliche können E-Zigaretten immer noch überall legal kaufen und konsumieren. Das Tabakproduktegesetz, welches ein Verkaufsverbot an unter 18 jährige vorsieht, wird seit vielen Jahren im Parlament diskutiert und abgeschwächt, anstatt endlich umgesetzt.

Im Jahr 2022 gab jeder vierte Jugendliche an, innerhalb der letzten 30 Tage E-Zigaretten konsumiert zu haben, eine besondere Zunahme zeichnet sich bei Mädchen ab. 63% geben die verschiedenen Geschmäcker als Grund für den Konsum an, 40% der fehlende Tabakgeruch.

Die «Puff Bars» sind billigste, meist in China produzierte Einweg E-Zigaretten, an denen sich je nach Modell tausende Male ziehen lässt, und sind preislich sehr attraktiv für Jugendliche. Das Modell Elf Bar 800 enthält so viel Nikotin wie 60 einzelne Zigaretten, und kostet mit 10 Franken nur einen Bruchteil im Vergleich zu normalen Zigaretten. Die Puff Bars kommen optisch attraktiv daher, bieten verführerische Aromen wie Erdbeere, Cola, Zuckerwatte, Fruchtaromen und werden von den Jugendlichen auf Grund poppigen und farbenfrohen Verpackungen als absolut harmlos wahrgenommen. Ebenso werden die Puff Bars intensiv auf Social Media beworben, oben genannte Elf Bar hat auf der Plattform Tik Tok 2,7 Milliarden Aufrufe.

Die Gesundheitsgefährdung wird dabei total verschwiegen und ignoriert. Nebst dem extrem hohen Nikotingehalt mancher Modelle, sind auch unzählige Chemikalien beinhaltet, deren Auswirkungen auf die Gesundheit noch unerforscht sind. Nebst bereits bekannten Krebs erregenden Stoffen wie Formaldehyd oder Acetaldehyd. Obwohl der Faktor von verbranntem Tabak wegfällt, sind E-Zigaretten alles andere als harmlos. Auch klagen viele «dampfende» Jugendliche über Atemprobleme oder verstopfte Nasen. Zusätzlich besteht die extrem hohe Gefahr einer starken Nikotinsucht, welche die Jugendlichen dann zu lebenslangen Kunden von E-Zigaretten machen, oder manche später dann auch zu normalen Zigaretten umsteigen.

Die WHO Weltgesundheitsorganisation hat bereits Warnungen ausgegeben, und die Regierungen der Welt aufgefordert, E-Zigaretten von Grund auf zu verbieten. Länder wie Australien, Neuseeland oder Grossbritannien sind dem Aufruf bereits gefolgt. Auch Frankreich, Deutschland und Irland diskutieren solche Verbote. Und die Schweiz? Hier ist man dank «Industrienahmen Kreisen im Parlament», sprich der Tabaklobby die stark im Bund vertreten ist, noch weit davon entfernt. Eine letztjährig eingeführte zusätzliche Besteuerung von 1 Franken pro Milliliter nikotinhaltiger Flüssigkeit bringt nicht viel, die Margen auf den niedrigen Verkaufspreisen sind immer noch enorm.

Markus Meury, Sprecher von Sucht Schweiz verlangt viel höhere Steuern, um die Preise für Jugendliche unattraktiv zu machen. Ebenso sollte endlich das Tabakproduktegesetz eingeführt werden, welches den Verkauf an unter 18 jährige verbietet. Gesetzlich ist der E-Zigarettenkonsum theoretisch sogar an Schulen erlaubt, während herkömmliche Zigaretten auf Schulhöfen verboten sind, gibt es bezüglich E-Zigaretten nur «Empfehlungen» mancher Städte an die Schulen, keine nikotinhaltigen Produkte auf dem Schulhof zuzulassen.

All die Schäden davon bezahlen SIE mit ihren bereits hohen Krankenkassenprämien. Die Steuereinnahmen durch solche Produkte sind ein Bruchteil des enormen Schadens, da E-Zigaretten immer noch nicht gleich wie normale Tabakprodukte versteuert werden. Gewinne am Verkauf solcher Produkte helfen nicht einmal gross dem Schweizer Gewerbe, sondern das meiste Geld fliesst in die Tabakindustrie und vieler Kassen privater abzockender Kleinhändler, die ein Vermögen auf Kosten der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen machen!

Auch wir verlangen von der Politik mehr Jugendschutz, Aufklärung, Prävention und endlich die Umsetzung des Tabakproduktegesetzes. Nur scheinen solche Anliegen und Aufforderungen bei den Tabaklobbyisten im Bund leider direkt im Abfalleimer zu landen.

Lesen Sie dazu auch den Artikel «Süss, aber nicht harmlos» im Zürcher Tagblatt vom 28.02.2024 (Auf dem Link zur Seite 6 vorwärtsblättern.) https://kiosk.purplemanager.com/tagblattzuerich#/main/presenter/935d995f-7f8c-4fee-ab8e-7e7e5f4bae90

Neuseeland hebt das geplante Verkaufsverbot von Tabakprodukten an Minderjährige wieder auf.

Die Regierung von Neuseeland hatte letztes Jahr beschlossen, ein Verkaufsverbot an unter 18 jährige einzuführen (siehe hier), um den Tabakkonsum im Laufe der nächsten Jahre laufend zu reduzieren.

Nun will die aktuelle Regierung von Neuseeland dieses Gesetz wieder abschaffen, bevor es in Kraft tritt. Die Gründe seien: Finanzierung von Steuersenkungen, Einnahmeverluste von Kiosken und Tante-Emma Läden, und dass das Verbot zu einem Schwarzmarkt führen könnte.

Diverse Gesundheitsexperten sind entsetzt über diesen Entscheid. Neuseeland sei bisher auf einem exzellenten Weg gewesen zur Tabakprävention und dem Schutz der Bevölkerung. Nun sollen Steuern gesenkt werden auf Kosten von Rauchern, und weiterhin tausende Todesfälle jährlich durch Tabakkonsum in Kauf genommen werden. In Neuseeland ist das Rauchen die Hauptursache für vermeidbare Todesfälle, trotz dass die Raucherquote nur ca. 8% der Bevölkerung ausmacht und letztes Jahr über 80’000 Personen mit dem Rauchen aufgehört haben.

Quellen:

Artikel auf Blick.ch

Englischsprachige Artikel auf CNN und BBC.

UPDATE / AKTUELL FEBRUAR 2024: Leider hat nun die neue konservative Neuseeländische Regierung zum Entsetzen von Gesundheitsexperten das neue Gesetz tatsächlich per 29.02.2024 wieder ausser Kraft gesetzt. Diverse Quellen, z.B. Artikel auf der NZZ, Artikel im Blick.

Schweiz auch im Jahr 2023 auf Platz 89 von 90 auf dem Tabaklobby Index.

In keinen europäischen Land regiert die Tabaklobby so extrem wie in der Schweiz. Auch beim aktuellen Tabaklobby Index 2023 von Globaltobaccoindex.org ist die Schweiz wie bisher auf dem zweitletzten Rang. Mit 95 von 100 Punkten bildet sie das traurige Schlusslicht der Liste, je mehr Punkte ein Land hat, desto schlechter. Und die Schweiz bleibt auf dem zweitletzten Rang im Vergleich zu 2021, obwohl inzwischen 10 neue Länder dazugekommen sind, welche aber alle besser platziert sind.

Der Index wird vom Global Centre for Good Governance in Tobacco Control erstellt und basiert auf 20 Indikatoren, welche sich an den Leitlinien nach Artikel 5.3 des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC) orientieren. Er misst die Bemühungen der Regierungen, gegen die Einflussnahme der Tabakindustrie vorzugehen. Diese Bemühungen finden in der Schweiz nicht statt, bzw. werden massiv von der Tabaklobby blockiert und manipuliert.

Da in der Schweiz Tabakfirmen wie Philipp Morris International, British American Tobacco und Japan Tobacco Internation ansässig sind, haben sie auch im Bund und Politik einen starken Einfluss, um in der Schweiz sämtliche Tabakpräventionen zu vereiteln, und gar die schädlichen Auswirkungen von Tabakkonsum zu verschleiern. Gemäss dem Bericht gibt es sogar Treffen zwischen den Kantonen Neuenburg, der Stadt Lausanne zusammen mit Vertretern der Tabakindustrie, welche nicht offiziell aufgezeichnet werden. Ebenso gibt es eine Greenwashing-Kampagne mit dem BAFU (Bundesamt für Umwelt) welches mit zahlreichen Vertretern der Tabakindustrie zusammenarbeitet um zu vertuschen, dass es in der Schweiz keine wirksame Umweltpolitik bezüglich dem Entsorgen von Zigarettenstummeln gibt.

Ein aktuelles Beispiel (Quelle AT-Schweiz): Philip Morris hat im Rahmen der eidg. Wahlen je 35000 Franken an die SVP und FDP gespendet. Die Spende an die SVP fand natürlich bezüglich dem Wahlkandidaten Gregor Rutz statt, welcher Präsident der Vereinigung des Schweizerischen Tabakwarenhandels ist.

Vergessen wir nicht: In der Schweiz sind 14% aller Todesfälle auf Tabakkonsum zurückzuführen. Der Anteil Raucher, der etwa 25% der Bevölkerung ausmacht, geht in der Schweiz seit vielen Jahren nicht zurück. Die Schäden durch das Rauchen machen jährlich immer noch mehrere Milliarden Franken aus, welche definitiv auch einen Einfluss auf die jährlich stark steigenden Krankenkassenprämien haben.

Quellen, und weiterführende Links:

Hauptseite von Globaltobaccoindex.org mit dem Englischen Originalbericht.

Bericht vom 14.11.2023 im Tagesanzeiger.ch (ohne Abo lesbar)

Artikel zum Globaltobaccoindex auf AT-Schweiz

Ständeratskommission will zukünftiges Gesetz für Tabakwerbeverbote vor Inkrafttreten abschwächen und ignoriert unseren Volkswillen.

Manche Beschlüsse vom Parlament, den Kantons- oder Stadträten, oder vom Volk mit JA angenommene Initiativen, werden manchmal innert wenigen Monaten umgesetzt – aber nur wenn sie den Politikern und Räten selbst am meisten passen.

Natürlich nicht so bei Themen bezüglich Tabakprävention oder Rauchverboten, bei welchen die Schweiz eines der rückständigsten europäischen Länder ist. Am 13. Februar 2022 wurde die Volksinitiative «Kinder ohne Tabak» deutlich vom Schweizer Stimmvolk angenommen. Erst im Mai 2023 wurde dann vom Bundesrat das zukünftige Gesetz ausgearbeitet, welches unter anderem speziell zum Jugendschutz Tabakwerbung an unter 18 jährige verbietet. Zum Beispiel auch in Printmedien, welche von unter 18 jährigen gekauft oder gelesen werden können – also praktisch in fast jeder Zeitung oder Zeitschrift.

Nun, nach Annahme der Initiative hiess es, das werde gleich im neuen Tabakproduktegesetz verankert, an welchem ja auch jahrelang im Parlament hin und her diskutiert wurde, und welches im Jahr 2024 in Kraft treten soll. Nun steht plötzlich auf einer Medienmitteilung vom Bund auf admin.ch (siehe Link und zuunterst den grauen Kasten), dass das Tabakproduktegesetz im Jahr 2024 in Kraft treten wird, aber die Initiative Kinder ohne Tabak «voraussichtlich» erst im Jahr 2026. Also nach der Abstimmung mindestens 4 Jahre, um simple Gesetze umzusetzen, welche Tabakwerbung an Jugendliche reduzieren sollen!

Und nun haben wir rein zufällig im Blick am 16. August 2023 gelesen, dass die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats nicht mit dem Entwurf des Bundesrates einverstanden ist, und mit 6:5 Stimmen (2 Enthaltungen) verlangt, dass Tabakwerbung in Presseerzeugnissen, welche per Abonnemente an Erwachsene verkauft werden weiterhin erlaubt bleiben soll. Dies ist aber sehr schwammig formuliert, weil generell viele Abos erst von Volljährigen abgeschlossen werden können (Vertragsrecht), aber darunter normale Zeitschriften sind, welche dann im Haushalt herumliegen und auch von Jugendlichen gelesen werden können. Ebenso soll Tabakwerbung in der Öffentlichkeit an Orten erlaubt bleiben, zu welchen unter 18 jährige keinen Zugang haben. Da fallen uns auch nur wenige Orte ein wo das so ist, und auch hier wird alles schwammig definiert, dass am Ende wieder überall Tabakwerbung hängen wird.

Es ist unglaublich, das Volk sagt Ja zu einer Initiative, und es dauert mehrere Jahre zur Umsetzung, Teile vom Ständerat wollen die Gesetze vor Inkrafttreten bereits abschwächen, also den Volkswillen und unsere Demokratie schlichtweg ignorieren und übergehen. Und dies ist möglich über eine Ständeratskommission mit weniger als 20 Personen, welche wohl der Tabaklobby angehören. Korrupter geht es nicht mehr. Natürlich wird es auch in der Politik noch Gegenwehr geben, was natürlich das Ausarbeiten und Inkrafttreten der Werbeverbote immer mehr herauszögert. Eventuell ist es auch genau das Ziel der Gegenseite, mit solchen Kleinigkeiten Zeit zu schinden, oder so viele Ausnahmen ins Gesetz einzubauen, damit Alles beim Alten bleibt.

Als Vergleich (unabhängig ob Sie das Thema gut oder schlecht finden): In der EU sollen Verbrenner Autos (Benzin / Diesel) ab 2035 verboten werden und die Schweiz wird das voraussichtlich auch übernehmen. 12 Jahre um sehr viel in der Verkehrs-Infrastruktur, Stromerzeugung, Bau von Lade-Infrastruktur und bei Autoherstellern die Produktionen zu ändern – aber ein simples Werbeverbot für Jugendliche ist nicht in 4-5 Jahren umsetzbar. Als vor über 10 Jahren die Rauchverbote in Gastronomiebetrieben eingeführt wurden, durfte in Restaurants teilweise noch über 1 Jahr weitergeraucht werden, da die Betriebe gemäss Politiker ja Zeit brauchten, um sich auf das Rauchverbot vorzubereiten und umzustellen. Also die Zeit, um ganz einfach die Aschenbecher von den Tischen zu räumen. Kein Wunder geht in der Schweiz so viel schief, so wie träge unser System funktioniert.

Quellen: Siehe Links direkt im Artikel, oder auch die Pressemitteilung der AT-Schweiz.

AT-Schweiz nennt Kosten von mindestens 6,1 Milliarden Franken jährlich für das Rauchen – ohne alle Kosten einzubeziehen.

Die AT-Schweiz (Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz) hat eine Aufstellung der durch das Rauchen entstehenden Kosten (Basis Jahr 2017) veröffentlicht. 3 Milliarden Franken belasten jährlich direkt unser Gesundheitssystem, und weitere 3,1 Milliarden Franken sind indirekte Kosten, z.B. Mortalität, Morbidität / Produktivitätsverlust, soziale Kosten. Wobei sich die indirekten Kosten nur schwer berechnen lassen und diese im Gesamten weit höher sind: Man könnte diese 6,1 Milliarden Franken noch problemlos um weitere Milliarden (!) erhöhen: Es wurde beispielsweise nicht berücksichtigt, dass Raucher häufig eine generell anfälligere und schlechtere Gesundheit haben als Nichtraucher, und dadurch weitere Gesundheitskosten generiert werden welche nicht im Bereich Rauchen / Raucherkrankheiten in die Statistiken fallen. Oder auch die Reinigungskosten und Umweltschäden durch jährlich Milliarden weggeworfene Zigarettenstummel sind nicht eingerechnet.

Auf jeden Fall wären unsere Krankenkassenprämien, manch andere Versicherungskosten und Steuern ohne diese 6,1 Milliarden Franken massiv günstiger. Liest man Kommentare in Onlinezeitungen zu diesen Themen, meinen manche Leute immer noch, Rauchen finanziere dafür die AHV. Dies sind aber nur um die 5% der AHV (rund ein Viertel der Bundesbeiträge vom Staat), mit ca. 2 bis 2 1/4 Milliarden nur ein Bruchteil der gegenüberstehenden Kosten durch das Rauchen. Auch dass Raucher früher sterben und die Gesundheitskosten reduzieren zählt nicht, denn meistens verursachen sie vor dem Tod noch höhere Krankheits- und Pflegekosten. Gemäss einem Beispiel von AT-Schweiz kann z.B. die Behandlung mit speziellen Medikamenten eines durch das Rauchen verursachten Lungenkarzinom bereits über 90000 Franken pro Jahr kosten.

So hohe Zahlen im Milliardenbereich. Und wie hoch ist das Budget des Tabakpräventionsfonds des Bundes? Grade mal 13,6 Millionen Franken jährlich. Für alle Details und weitere spannende Zahlen und Fakten besuchen Sie am besten direkt die Seite und den Bericht der AT-Schweiz.

Genf weitet Rauchverbote per 1. Juni 2023 aus.

Seit 1. Juni 2023 gilt im Kanton Genf ein Rauchverbot an verschiedensten Orten im Freien, so z.B. an Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel, auf Spielplätzen oder auch Pausenplätzen von Schulen. Bei Verstössen gelten Bussen bis zu 1000 Franken. Leider muss man sagen – sofern diese Regeln überhaupt kontrolliert werden.

Etwas was in anderen Ländern bereits selbstverständlich ist, stösst bei uns sogar immer noch auf Widerstand und Diskussionen, so hat sich die Stadt Lausanne kürzlich gegen solch ein Rauchverbot ausgesprochen. Trotzdem überlegen sich Kantone wie Neuenburg diese Regelung zu übernehmen. Nebst dem «Kantönligeist» gibt es da sogar Bestimmungen von einzelnen Städten oder Gemeinden, auf Spielplätzen gibt es Rauchverbote in Chur, St. Gallen, Lugano, Locarno, Liestal, Pratteln und Dietikon.

Kurios: Die Kantone Zürich und Aargau haben Präventionsprogramme zur Förderung von rauchfreien Spielplätzen. So sollen z.B. möglichst viele Zürcher Gemeinden ein freiwilliges Rauchverzicht auf Spielplätzen aussprechen. Wie soll das gehen? Ein Spielplatzbesucher verzichtet freiwillig, während der nächste wieder raucht weil er das will? Für uns ist es unbegreiflich, wieso z.B. ausgerechnet bei Spielplätzen über ein Rauchverbot diskutiert wird. Kinder mit Rauch einzunebeln, oder ihnen vorzumachen wie man raucht, nebst dass alles mit Zigarettenstummeln übersäht ist muss nun wirklich nicht sein.

Immerhin hat der Kanton Genf damit einen wichtigen Schritt getan und ist ein Vorbild für alle anderen. Erinnern wir uns zurück, als der Kanton Tessin im Jahr 2006 als erster ein Rauchverbot in Restaurants einführte. Der Aufschrei war zuerst gross, aber kurz darauf folgten weitere Kantone und nach wenigen Jahren die ganze Schweiz.

Parlament beschliesst viel zu tiefe Tabaksteuern.

Kaum hat unser Parlament ein Verbot aromatisierter Zigaretten abgelehnt (wir berichteten hier), hat es auch beschlossen, die Steuern für E-Zigaretten, Snus und vergleichbare Produkte möglichst niedrig zu lassen, damit Tabakprodukte weiterhin bei jung und alt beliebt und bezahlbar bleiben. Nach dem Ständerat hat nun auch der Nationalrat entschieden, E-Zigaretten – auch die Varianten und Einwegvarianten mit höherem Nikotingehalt – nicht höher bzw. nicht gleich hoch wie normale Zigaretten zu besteuern. Ebenso wird es für diese Produkte auch keine zusätzlichen Präventions-Abgaben geben wie bei Zigaretten.

Quelle: Diverse, u.a. Pressemitteilung von AT-Schweiz auf Presseportal.ch

Schweden gilt bald als rauchfrei, die Schweiz ist diesbezüglich extrem rückständig.

Schweden gilt bald als rauchfreies Land, bzw. wird es so bezeichnet, wenn nur noch unter 5% der Bevölkerung rauchen. Schweden ist damit sehr fortschrittlich im Vergleich zu den restlichen europäischen Ländern.

Dies wurde dort nicht durch einen hohen Zigarettenpreis erreicht, sondern weil Schweden schon im Jahr 2005 ein Rauchverbot in der Gastronomie aussprach. Seit 2019 gilt in Schweden auch ein Rauchverbot auf Aussenplätzen von Bars und Restaurants, an Haltestellen, Bahnhöfen, Spielplätzen. Durch diese Verbote wurde den Menschen bewusst, dass Rauchen schlichtweg nicht als normal, sondern störend und unangenehm gilt, und es deshalb auch kaum Ausnahmen gibt und die Gesetze eingehalten werden.

Einen sehr negativen Punkt gibt es leider allerdings: In Schweden wird dafür Snus immer beliebter, unter anderem auch als Ersatzprodukt für Zigaretten, die kaum noch in der Öffentlichkeit konsumiert werden. Snus ist Tabak in Beutelchen, den sich die Konsumenten hinter die Oberlippen klemmen. Das stört zwar die Mitmenschen nicht, aber ist auch alles andere als gesund, macht süchtig, und kann auch diverse Erkrankungen inkl. Krebserkrankungen verursachen.

Snus ist in der EU eigentlich verboten, ausser in Schweden, und seit 2019 in der Schweiz, die diesbezüglich ein Entwicklungsland ist. Da das Verkaufsverbot in der Schweiz nicht eingehalten wurde, wurde Snus schlichtweg legalisiert, die kantonal unterschiedlichen Alterslimiten im Verkauf werden weder kontrolliert noch eingehalten.

Die Schweiz ist extrem weit davon entfernt, jemals rauchfrei zu werden. Die Raucherquoten bleiben konstant hoch, bei Jugendlichen steigt sie zeitweise sogar wieder an, nebst dass auch immer mehr Produkte wie E-Zigaretten oder Snus von Jugendlichen konsumiert werden. Unserem Bund und unseren Politikern ist es egal, sogar bezüglich einem wirkungsvollen Werbeverbot und Prävention wird seit Jahren endlos diskutiert und nur löcherige und ausnahmenreiche Gesetze umgesetzt.

Weiterführende Infos / Quellen:

Umfangreicher Artikel auf SRF.CH

Artikel auf der Zeitung Blick.ch

Stop2Drop sammelt in 2 Wochen über 500’000 Zigarettenstummel in der Schweiz.

Dieses Jahr haben 2890 Personen von Jung bis Alt bei der Aktion Stop2Drop mitgemacht, und in 2 Wochen 539’331 Zigarettenstummel eingesammelt. Dies ist nur ein ganz kleiner Bruchteil von allen Zigarettenstummeln, die täglich achtlos auf dem Boden weggeworfen werden, dies auch in der Natur.

Schade wurden die Zigarettenstummel nicht wie bei der letzten Sammelaktion beim Bundeshaus in Bern abgegeben um auf das gewaltige Problem hinzuweisen, denn gemäss WHO landen jährlich 680 Millionen Kilogramm Zigarettenstummel weltweit in der Umwelt. Alleine das Nikotin aus 1 Zigarettenstummel kann in 1000 Litern Wasser nachgewiesen werden, weiterhin sind bis zu 7000 Giftstoffe in einem Stummel, der auch aus Plastik besteht, und erst nach 15 Jahren zu Mikroplastik zerfällt, welches in der Natur nahezu nicht abbaubar ist. Die Gemeinden in der Schweiz zahlen jährlich über 50 Millionen Franken für die Reinigung von Zigarettenstummeln. Das bezahlen wir Alle mit unseren Steuern.

Während das Thema Plastik in der Natur häufig diskutiert wird, ist es bei Zigarettenstummeln selbstverständlich, dass diese überall auf den Boden geworfen werden. Obwohl dies unter Littering fällt, werden keine Massnahmen getroffen, oder auch Bussen ausgesprochen.

Auch auf 95% Spielplätzen wurden von Stop2Drop überall übermässig Zigarettenstummel gefunden, trotz dass dort vielerorts Rauchverbot gilt. Kein Wunder gibt es bei Tox Info Suisse jährlich über 300 Anfragen bezüglich Kleinkindern die Zigarettenstummel verschluckt haben.

Weitere Infos und imposante Bilder der Sammlung finden Sie auf der Webseite von Stop2Drop, die sich mit ihren Aktionen dafür einsetzen, dass das Problem von Littering von Zigarettenstummel mehr beachtet und bekämpft wird. www.stop2drop.ch