Während viele europäische Länder sich immer noch an wirksamer Tabakprävention schwer tun, allen voran die Schweiz, plant nun die Türkei überraschend den totalen Tabakausstieg ab dem Jahr 2040.
Vor einigen Jahren kam seitens der EU schon einmal ein Vorstoss, man wolle die EU bis ins Jahr 2040 nahezu rauchfrei machen, bzw. den Anteil der Raucher von ca. 25% auf 5% reduzieren. Dies nebst dem Gesundheitsschutz auch, um von der «Rauchen ist normal Mentalität» wegzukommen, und möglichst eine neue nahezu rauchfreie Generation zu schaffen.
Die Türkei orientiert sich nun an diesen EU Zielen, und arbeitet an einem neuen Gesetzesentwurf. Dieser sieht strenge Rauchverbote vor in der Öffentlichkeit und in öffentlichen Gebäuden. Seien es Kindergärten, Schulen, Parks, öffentliche Plätze, Strände, Spitälern und natürlich dem Gastgewerbe. Nur noch wenige Ausnahmen sollen möglich sein, z.B. kleinste Fumoirs ohne Bedienung und ohne Konsum.
Der Verkauf soll extrem streng reguliert werden. Der Verkauf an unter 18 jährige wird streng verboten, bei Verstössen kann eine Gefängnisstrafe drohen. Ebenso soll der Zutritt zu Raucherräumen für unter 18 jährige verboten werden. Ebenso Bargeldzahlungen für Tabakprodukte, zwecks besserer Rückverfolgbarkeit der Transaktionen / Verkäufe.
Das sehr gute dabei, und das ist genau das, bei dem die Schweiz die grössten Fehler macht: Die Türkei möchte zukünftig alle Produkte gleich stellen und nicht mehr zwischen Zigaretten, E-Zigaretten, Tabakerhitzer, Shishas usw. unterscheiden. Sogar Geräte oder Gegenstände die das Rauchen nur imitieren, fallen darunter. Ebenso ist es egal, ob nikotinfrei, echtes oder synthetisches Nikotin. So dass sich niemand mit Schlupflöchern und Ausnahmen durchmogeln kann.
Und durch die laufende Reduzierung des Rauchens durch diese Massnahmen, möchte die Türkei ab 2040 komplett rauchfrei werden: Tabak und alle oben aufgezählten Produkte sollen dann schlichtweg komplett verboten werden. Die Produktion, der Verkauf, der Import, auch Touristen dürfen dann keine Tabakprodukte im Reisegepäck dabei haben.
Lassen wir uns überraschen, ob die Türkei dies umsetzt und bis auf wenige Ausnahmen weltweit ein Zeichen setzt und ein Vorbild ist. Die Schweiz, die nicht einmal die vor 4 Jahren angenommene Initiative «Kinder ohne Tabak» bis heute korrekt umgesetzt hat, sollte dringend nach den EU und WHO Vorgaben / Richtlinien handeln.
Artikel von Watson und Frankfurter Rundschau:
