Baden-Württemberg (DE) verbessert ihre Rauchverbote.

Interessanterweise las man in den letzten Tagen in grossen Schlagzeilen auf Blick, 20min und anderen Onlinezeitungen, dass der beliebte Europapark in Deutschland rauchfrei würde, bis auf einzelne Raucherzonen. Natürlich rief das bei manchen gleich Entsetzen hervor, so etwas ist man sich im Raucherland Schweiz doch nicht gewöhnt. Den Hintergrund liest man in einigen Artikeln aber dann erst am Rande oder der zweiten Hälfte:

Baden-Württemberg (DE) macht dem Rest von Deutschland und der ganzen Schweiz vor, was in vielen Ländern bereits die Normalität ist. Die Rauchverbote werden verschärft, insbesondere zum Schutze von Kindern und Jugendlichen. Ab dem 1. Juni 2026 gelten Rauchverbote in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden, Einrichtungen und Innenräumen. Speziell aber auch in Schulen, auf den ganzen Schulgeländen, Tages- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und die dazugehörigen Aussengelände. Ebenso auf Kinderspielplätzen, an Haltestellen vom öffentlichen Personennahverkehr, überdachten Einkaufspassagen, Freibädern, Freizeit- und Vergnügungsparks.

Ebenso gelten die Gesetze nicht einfach nur für herkömmliche Zigaretten, sondern auch für E-Zigaretten und Verdampfungsgeräten aller Art inkl. Shishas. Leider gibt es auch wie üblich viele Ausnahmen, so dürfen Restaurants, Bars, Discos usw. sogar Nebenräume als Raucherräume betreiben, jedoch dürfen sich dort keine unter 18 jährigen Personen aufhalten, und alles muss klar beschildert sein. Kleine Restaurants dürfen sogar als Raucherbetriebe geführt werden, jedoch dann auch nur mit Beschilderung und Zutrittsverbot für unter 18 jährige. Leider schützt das wieder einmal das Personal nicht, welches nicht immer die Wahl hat, die Stelle mal schnell deswegen zu wechseln. Trotzdem beinhaltet das Gesetz auch manche Passagen, die verhindern, dass das Gesetz umgangen werden kann. So dürfen nicht Hauptbereiche verraucht sein, und die Nebenräume eine rauchfreie Zone sein, sondern nur umgekehrt.

Wir wünschen uns ähnliches in der Schweiz. Speziell lächerlich sind bei uns Diskussionen bezüglich ÖV Haltestellen oder Spielplätzen. Anstatt dort wo es wirklich Sinn macht sofort Rauchverbote auszusprechen, wird von Eigenverantwortung oder gesundem Menschenverstand gesprochen, was leider pure Ironie ist und in der Realität schlichtweg nicht funktioniert.

Kein Wunder landet die Schweiz im Jahr 2025 auf dem globalen Tabaklobby Index bei den europäischen Ländern auf dem letzten Platz. Und weltweit bei 100 untersuchten Ländern den zweitletzten Platz vor der Dominikanischen Republik. Die Schweiz hat also nahezu weltweit, immer noch die schwächsten Gesetze und Massnahmen zur Tabakprävention und Schutz vor Tabakrauch und Dampf.

Artikel auf 20min.ch

Artikel auf Baden-Wuerttemberg.de